Die Evolution und wie man sie einem Kritiker beweisen könnte

Alle sonstigen Themen, die nicht in die anderen Foren passen.
SurferRosa

Beitrag von SurferRosa »

So, zuallererst einmal ein fröhliches Hallo in die Runde.

Ich glaube, ich habe hier ein Thema, das vor allem die Leute interessant finden werden, die "Darwin und die Götter der Scheibenwelt" schon gelesen haben.
Da mein neuer Schatz sehrn, ehm, "Gläubige" Eltern hat, lasse ich es mir natürlich nicht nehmen, die Chance zum Diskutieren und zu lernen ungenutzt zu lassen.
Ihre Eltern glauben an einen christlichen Gott, aber in einem Verein. Wie man dazu nun steht ist denke ich jetzt egal, es geht um etwas "Wichtigeres".
Also, dieser "Verein", der zwar die Liebe Gottes predigt und das auch überzeugend, verklärt leider, bzw bestreitet die Evolution.
Leider auf eine sehr persönliche Art und Weise, die fast schon ins Abwertende geht.

So, nun mein "Problem".
Ihr Vater gab mir ein "Rätsel" auf. Wie ich finde ein Unfaires, unlösbares, aber gut, er soll seinen Willen haben:

Ich solle ihm anhand des "Bombadierkäfers" die Evolution "beweisen" bzw erklären. Kurz: Wie kann es die Evolution zu solche einem Wesen bringen?

Nun habe ich schonEiniges über den Käfer gelesen, aber mir fehlen ja auch die Grundlagen, ich kann zwar erklären WAS er macht und WIE es funktioniert, aber nicht, wie es irgendwie durch die Evolution nun zu diesem Wesen kommen konnte.

Nun hoffe ich halt hier einige Leute zu finden, die nicht unbedingt so denken wie ich, aber mir Hilfe und Anregungen geben, wie ich dieses "Rätsel" zumindest einigermassen "Lösen" kann.

Btw, mir geht es nicht darum einem Menschen in einer Diskussion zu besiegen, ich will nur wissen ob ich wirklich Recht habe, mit dem, was ich denke.

mfg

SurferRosa
Thetis

Beitrag von Thetis »

Stell Ihm doch ne Gegenfrage. "Glaubst Du wirklich Gott hat soviel Humor, daß er ein Viech bastelt, daß für seinen Fürze einen Waffenschein braucht?". Naja, wenn dem so ist, kann man Ihm ja dann die Viecher verzeihen, die mit ihren Fähigkeiten mehr Lebewesen umbringen können, als sie jemals essen können. Menschen heißen die glaub ich.
SurferRosa

Beitrag von SurferRosa »

Entschuldige, aber es geht mir hier nicht darum irgendeinen "Gott" oder die Menschen und ihr Handeln in Frage zu stellen.

WENN ich über dieses Thema diskutieren will, tue ich es ohne Hähme, ohne Spott, sondern völlig neutral und offen.
Nach dem was ich sehe und weis.

Also muss ich wissen, wie waren die Käfer vor 100.000 jahren, was könnte sich verändert haben, wie könnte Neues entstanden sein und wodurch und und und.
Ember Dion maMarin

Beitrag von Ember Dion maMarin »

Hallo.

Erstmal: Willkommen im Forum :smile:

Wirklich ein interessantes Rätsel, dass er dir da aufgegeben hat. Ungefähr diese Frage stelle ich mir bei vielen Insekten. Wie z.B. der Eintagsfliege.

Hast du mal darüber nachgedacht in ein Naturkunde-Museum zu gehen? Dort haben sie meistens Schaukästen mit vielen (armen) toten Käfern. Vielleicht findest du dort einen Menschen, der dir etwas über die Jahrhunderte lange Entwicklung dieses Geschöpfes mitteilen kann.
Würde mich auch interessieren :smile:
SurferRosa

Beitrag von SurferRosa »

Das mit dem Museum wäre eine Idee, aber keine wirklich umsetzbare. Das Nächste wäre bei München, was für den Aufwand einfach zu weit ist.

Ansonsten, hier eine erste Fassung meiner "Antwort":


Anmerken möchte ich, ich bin weder Chemiker noch Biologe, geschweige den
Evolutionswissenschaflter. Ich kann also nur Fakten nennen die ich auch
verstehe und kann kaum ins Detail gehen.
Vielleicht wäre hier ein "Ironischer" Kommentar auf "Nachschlagewerke"
angebracht, welche gewisse Menschen haben, nur um die Hand darauf zu legen,
als wäre es die destillierte Weisheit, aber das spielt keine Rolle und es
wäre
auch nicht böse gemeint ;)

Der Bombadierkäfer:
Ein Käfer, der, wenn er sich angegriffen fühlt, seinen Feinden eine ätzende,
brennende Substanz entgegensprüht.
Einfach erklärt sieht das so aus: Der Käfer hat 3 Kammern.
Diese sind so anfgeordnet das in der einen Kammer 2 Chemikalien
enthalten sind und in der Anderen gewisse Katalysator.
Diese Beiden Kammern haben Zugang zu einer dritten, die dann direkt
eine Öffnung am Hinterleib des Käfers hat, wo sie im Notfall
ausgerpitzt werden kann.
Nun sind in der Ersten erwähnten Kammer 2 Chemikalien enthalten:
Einmal Hydrochinon und Wasserstoffperoxid. Diese beiden Chamikalien
reagieren zwar miteinander, im richtigen Verhältniss aber nicht direkt
exotherm, also den Käfer zerreisst es nicht zwangsläufig.
In der Anderen Kammer sind die Katalysatoren. Diese sorgen dafür, das, wenn
sie auch die beiden anderen Chemikalien treffen, diese dann reagieren und
durch den Exothermen Vorgang und einigen anderen Vorgängen, Öffnen und
schliessen der Kammern usw, als gefährliches Gemicch der Äußeren Welt
entgegenspritzen.
Der Käfer an sich ist natürlich so gebaut, das er sich nicht bei Jeder
Explosion den Hintern verbrennt.

So, nun der eigentliche Teil um den es geht.
Wie "entsteht" solch ein Käfer.

Nun, hier habe ich auch lange überlegt, aber mit ein wenig Recherche kommt
man auch eine gute "Lösung", die auch logisch nachvollziehbar ist.

Zunächst das Wasserstoffperoxid. Dies wird bei vielen biochemischen
Prozessen hergestellt und für normal wieder abgebaut in den Zellen, eben
durch Katalase, welse in der "2ten Blase" enthalten sind.
Die verschiedenen Chinonen werden, natürlich vor allem bei Käfern, dazu
benötigt, die die Schale, bzw die "Haut" der Insekten zu festigen.
Dazu kommt, dass das Hydrochinon "schlecht" schmeckt, und auch von Anderen
Insekten bei beschädigung der Aussenhülle abgesondert wird.
Dies wird meist in Form kleiner Bläschen unter dem Panzer gemacht. Somit
wäre also der Grundstein für eine "blase" die sowohl das Wasserstofperoxid
als auch das Hydrochinon aufnehmen könnte.
Durch dieses "schlecht schmecken" wäre es, nach der Evolution, ein
Überlebensvorteil, wird also behalten. Kann man auch Heute bei Wanzen selber
testen.
Nun wird die "Katalase" einer der Kartalysatoren, die die beiden Anderen
Chemikalien zum reagieren bringt, auch natürlich hergestellt. Dieser ist,
wie schon gesagt, zur zersetzung des eigentlichen Zekllgiffts
Wasserstoffperoxyds zuständig.
Das Enzym Peroxidase wird auch natürlich im Körper des Käfers hergestellt,
über die genaue Anwendung dieses im Regelfall will ich aber nicht
nachforschen, dazu müste ich wohl ein paar Semester studieren.

So, nun hätten wir Alle Dinge die wir benötigen, um einen jetzigen Käfer zu
erhalten:
3 Beutel zum sammeln bzw mischen der Chemikalien.
2 reaktionsfähige Chemikalien, 2 Katalysatoren.
Nun haben wir, sagen wir, "ein paar millionen Jahre" Zeit, was ungefähr,
"ein paar millionen Generationen" an Käfern bedueten würden.
Natürlich kann ich nicht in die Vergangenheit reisen und die Zellstruktur
jeder einzelnen Käfergeneration zu dokumentieren, aber es klingt logisch das
irgendwann in den Beuteln, in denen "nur" die Stinkflüssigkeit enthalten
ist, zufällig das natürlich erzeugete Wasserstoffperoxyd hinzukommt und dur
eine Rekation mit den Beiden anderen Stoffen reagiert.
Irgendwann würde das System so verfeinert werden. Die Beutel verschieben,
verändern, vergrößern sich, das Chemikaliengemsich würde verfeinert und
genauer abgestimmt, der Körperbau würde sich an die neuen gegebenheiten
anpassen, die Muskeln und Zwischenwände würden sich verbessern, der
Ausschusmechanismus und das Timing für den Ausschuss würden sich verbessern,
bis wir den "Heutigen" Bombardierkäfer haben, welcher natürlich noch immer
nicht das non-plus-ultra wäre, da sich auch dieser im laufe der Zeit
weiterentwickeln würde.
Und das kann man sehen, nicht von heute auf Morgen, aber mit ein wenig
Fairness und interesse gegenüber der Heutigen Wissenschaft, auch in diesem
Bereich, erkennen, das es einen Trend gibt, dass es "so ist".

Ich hoffe ich habe einigermasen verständlich erklärt, wie es zu einem
Bombardierkäfer gekommen sein könnte.
KÖNNTE, ich werde keinenfalls behaupten "Recht" zu haben, aber es ist eine
Erklärung, die, wenn man nicht von Vornherein ablehnend an die Problematik
heranngeht, logisch und auch nachvollziehbar ist.


So, nun ist die Frage ob dies "einwandfrei" klingt.
Ich geb zu das es einige Schwachstellen wnthält, vor allem
im Zeitrum zwischen "Vor Millionenn von Jahren bis jetzt".
Hier wird in der Diskussion sicher das Argument "Aber das kannst du nicht beweisen" kommen...
Aglaranna

Beitrag von Aglaranna »

Allerdings kann dein Diskussionspartner seine Behauptung auch nicht beweisen.
Ember Dion maMarin

Beitrag von Ember Dion maMarin »

*reibsdieschläfe*

Also, an sich ist deine Antwort gut recherchiert. Ich denke nur, das wird ihm nicht reichen. Mir persönlich ist es zu 'wissenschaftlich'.
Es fehlt, wie sich ein solcher Käfer 'verändert' hat :wink:

Ich würd deinen Schwiegervater in spe ja mal fragen, was er so von Inzucht hält .. wenn Gott nur Adam und Eva erschaffen hat und wir heute ein paar Millarden Menschen auf der Welt haben ...

[ Diese Nachricht wurde geändert von: Ember Dion maMarin am 10.04.2006 um 17:56 ]
Steven

Beitrag von Steven »

Auch von mir ein herzliches Willkommen, SurferRosa! :smile:

Also erst einmal finde ich es wirklich lustig, dass wir in unserer ?Fortschrittsgesellschaft? immer noch Darwin's Evolutionstheorie verteidigen müssen. Anderseits ist das wohl ein deutlicher Beweis für eine wirklich tolerante Gesellschaft.
Ich hab mich selbst auch schon in einer ähnlichen Situation wiedergefunden, darum weiß ich, dass du so gut wie keine Chance hast (Sorry).
Erst einmal ist es grundsätzlich fast unmöglich alte Menschen von ihren Standpunkten abzubringen, ganz besonders wenn es um religiöse Dinge geht. (Spaßige Sache, die Religion. Für sie braucht man ?nur? den Glauben. Für die Wissenschaft da gegen Beweise.) Zum anderen hab ich die Erfahrung gemacht, dass ?solche? Leute, die (trotz Schulbildung) die Evolutionstheorie ablehnen, ?sehr? genau wissen wovon sie reden und vor allem ?WAS? sie da ablehnen. Man muss also höllisch aufpassen, was man sagt, um sich nicht selbst zu disqualifizieren.

Mein Tipp: ?Lass es!?
Es wird dir nur Ärger mit deinen Schwiegereltern einbringen, was sich in jedem Fall auf deine Beziehung auswirken wird. Also ?Warum willst du dir solch einen Stress antun?? Spiel das brave Mädchen/Schwiegersohn und philosophiere lieber mit deinen Freunden (oder bei uns) über die Dinge des Seins.

Solltest du allerdings zu der Sorte Mensch gehören, die immer wieder auf den Knopf ?Don't touch that button! ? drücken nur um zu sehen, was dann passiert, lies auch den Rest.

Auch ich bin kein Chemiker, Biologe und erst recht kein Lehrer (Nichts gegen Lehrer. Die sind wichtig... vermutlich.) und außerdem hab ich kaum Zeit alles genau durchzulesen. Also tschuldigung schon mal im vor raus, falls ich mal wieder etwas durch einander gebracht habe.

Erst einmal denke ich, dass du sehr gut erklärt hast, warum der Dingskäfer diese Dingssache macht, aber damit hast du die Evolution nicht erklärt.
Die Antwort auf diese Frage ist relativ einfach: Der Dingskäfer macht diese Dingssache um Fressfeinde fern zu halten. (Wirklich einfach!)
Das eigentliche Problem bei der ganzen Geschichte ist folgendes: Darwin's Evolutionstheorie und die Schöpfungslehre schließen sich gegenseitig aus. Es können nicht beide richtig sein. Und dort musst du, denke ich, ansetzen.
Die Schöpfungslehre (von welcher Religion auch immer) geht davon aus, dass alle Lebewesen (Pflanzen, Tiere und der Mensch) von einem allmächtigen Schöpfer (Wen auch immer) erschaffen wurde und (dass ist der springende Punkt) das dieser Prozess abgeschlossen ist. In der Evolutionstheorie da gegen, spricht man von Mutation (zufällig auftretende Veränderungen eines Lebewesen) und Selektion (durchsetzen einer neue Tierart und oder Aussterben einer Tierart), in jedem Fall ist es ein fortlaufender Prozess. Doch in Gegensatz zur Schöpfungslehre kann man die Evolutionstheorie sehr schön beweisen, einfach in dem man die Natur beobachtet. Ständig sterben Tier-und Pflanzenarten aus (Auch ohne zu tun des Menschen) und es entstehen neue Arten (erstaunlicherweise sehr häufig dort, wo der Mensch in die Natur eingreift).
Ein anderes Argument gegen die Schöpfungslehre ist die Tatsache, dass die Natur keines Wegs perfekt ist. Es gibt viele Teillösungen und Dinge, die einfach nur blöd gelaufen sind. Zum Beispiel der Pandabär, der sich selbst durch Spezialisierung in die Enge getrieben hat und nun kurz vor dem Aussterben steht. Oder der Mensch selbst. Die Fähigkeit Fett im Körper zu speichern um davon in schlechten Zeiten zu leben, ist sicherlich ein Glanzstück der Evolution, dem viele Steinzeitmenschen ihr Leben zu verdanken haben, aber heute führt es unweigerlich zu einer der schlimmsten Volkskrankheiten (Ja, ich rede von Übergewicht.). Selbst der Dingskäfer könnte sich in ein paar hundert Jahren als evolutionärer Fehlgriff erweisen. Den Überplan eines göttlichen Wesen stehle ich mir etwas anders vor.

Ich hoffe, ich könnte dir etwas helfen, SurferRosa und wenn nicht, habe ich wenigsten gesagt, was ich zu sagen habe.

Noch was: Sollte der "Verein" deiner zukunftigen Schwiergereltern, derselbe Verein sein bei dem auch ein gewieser Tom Cruise Mitglied ist, dann Scheiß auf deinen Lover/Loverriene und mach das du weg kommst!
SurferRosa

Beitrag von SurferRosa »

*rofl* Keine Sorge, meine Freundin ist das Paradebeispiel einer Rebellin in einem Christlich, konservativen Elternhaus ^^

Nun zu deinen Ausführungen, sicherlich hast du Recht mit dem was du sagst, sowohl gesellschaftlich, sozial und auch eben Technisch.

Wäre genau mein Standpunkt, das Problem ist eben, wie du schon sagtest, einen "Gläubigen" seinen "Glauben" zu nehmen ist schier unmöglich.

Mir persönlich gehts eben nur darum jemandem zu beweisen dass der "Schnee nicht schwarz ist".
Im Endeffekt läufts sowieso darauf hinaus, da er bei der Diskussion nicht mit Argumentationen und Beweisen gewinnen kann, er nur durch "Ich glaube daran und deswegen ists so" evtl ein Patt herbeiführen kann.
Das weis ER auch, spätestens wenn sich seine Argumente auf "Ich glaube an Gott" beschränken.

Das dies bei manchen Menschen leider zu einem, ja, Selbstwertverlust führen kann, weil sie mal nicht recht haben, ist mir klar.
Aber wenn imemr die Klugen nachgeben, regieren irgendwann die Dummen. ^^

Naja, Also, falls noch Jemand ein paar gute Fakten über Evolutin, bzw genaur über den Käfer hat, bitte her damit!

Danke!

P.S.: Hier brauche ich nich tüber Evolution zu diskutieren... Wer Pratchettfan ist, hat nicht viele, ehm Facetten in dieser Hinsicht. *gg*
Feles Cum Libero

Beitrag von Feles Cum Libero »

Hm, ich sehe auch kaum Chancen, dass du die Evolution deinem Schwiegervater beweisen kannst. Das ist nahezu unmöglich. Letzten Endes ist die Evolution "nur" eine Theorie, für die extrem viel spricht, die aber auch immer noch überarbeitet wird. Außerdem handelt es sich dabei um einen ziemlich langsamen Prozess, den man schlecht vorführen kann.
Aber deine bisherige Erklärung ist schon sehr gut.

Folgendes Grundgerüst für die Evolution könnte deiner Argumentation vielleicht noch ein bisschen weiterhelfen:
  1. Innerhalb einer Art kommte es zufällig bei einigen Individuen zu einer Mutation, die es ihnen erlaubt, mehr überlebende Nachkommen als ihre Artgenossen zu haben.
  2. Von diesen Nachkommen haben einige diese Mutation geerbt und haben ihrerseits wieder mehr überlebende Nachkommen.
  3. Bei den Nachfahren kommt es zu weiteren Mutationen, die das neue Merkmal verstärken und/oder ergänzen. Die Nachfahren mit den neuen Mutationen haben wieder mehr Nachkommen.
  4. Punkt 3 wiederholt sich ziemlich oft.
  5. Irgendwann unterscheiden sich die Nachfahren sehr stark von der usrprünglichen Population. In der Regel ist nicht mal eine gemeinsame Fortpflanzung mehr möglich. Ab diesen Zeitpunkt spricht man von einer neuen Art.
Das Problem ist, dass 3. wirklich sehr oft auftreten muss, bevor eine neue Art entsteht. Hier spielen Generationenabfolge und Mutationsraten eine ebenso große Rolle wie der Selektionsdruck.

Ein beliebtes Beispiel für Evolution und Selektion ist der Brikenspanner. Dabei handelt es sich um einen meist hellgefärbten Schmetterling, der auf der Birkenrinde kaum zu erkennen ist. Als in Folge der Industrialisierung die Luftvreschmutzung stark zunahm, wurde die Rinde der Birken dunkler<!-- BBCode Note-Marker Start-One --><font color="#FF0000">*<!-- BBCode Note-Marker Start-Two -->1<!-- BBCode Note-Marker End-One --><!-- BBCode Note-Marker End-Two -->. Das führte dazu, dass die hellen Schmetterlinge auf der Birkenrinde besser von ihrn Feinden gesehen und gefressen wurde (Seletkionsdruck). Dunklere Brikenspanner waren in Vorteil. Es hätte also passieren können, dass es irgendwann eine neue Art von sehr dunklen Birkenspanner entstanden wäre.
Allerdings hat die Luftverschmutzung in den letzten Jahren wieder stark abgenommen. Nun haben wieder die hellen Birkenspanner bessere Überlebenschancen und es ist keine neue Art entstanden. Die dunkeln Birkenspanner sind einfach Teil der Variabilität der Art.

Leider kann ich dir nicht viel mehr Infos über den Bombardierkäfer geben, als du schon zu haben scheinst. Vielleicht ist der entsprechene Artikel in der englischen Wikipedia für dich noch interessant. Da wird ein bisschen die Diskussion angesprochen, die du mit deinem Schwiegervater führen willst, außerdem gibt es unten noch ein paar entsprechende Links. In der deutschen Wikipedia steht nicht viel mehr, als du schon geschrieben hast.
<!-- BBCode Note Start --><TABLE BORDER=0 ALIGN=CENTER WIDTH=85%><tr><td><font size=-1>Fußnoten:<table width="100%" border="0"><tr><td height="2" bgcolor="#000000"></td></tr></table></td></tr><tr><td><FONT SIZE=-1><BLOCKQUOTE><!-- BBCode Note Start-One --><font color="#FF0000"><!-- BBCode Note End-One -->1<!-- BBCode Note Start-Two --><br /><!-- BBCode Note End-Two -->Das hatte eine Reihe von Gründen, unter anderem spielt der Ruß in der Luft und das Wachstum bestimmter Flechten eine Rolle<!-- BBCode Note Start-Three --><br /><br /><!-- BBCode Note End-Three --></BLOCKQUOTE></FONT></td></tr><tr><td><table width="100%" border="0"><tr><td height="2" bgcolor="#000000"></td></tr></table></td></tr></table><!-- BBCode Note End -->

[ Diese Nachricht wurde geändert von: Feles Cum Libero am 11.04.2006 um 15:25 ]
Caleb

Beitrag von Caleb »

@Steven Allerdings hatte ich es auch schon mit Gläubigen "zu tun" die grundsätzlich an die Evolution, also Weiterentwicklung von Lebewesen glauben, und trotzdem der Meinung sind, daß eine anfänglöihce Schöpfung stattgefunden hat, die der Nullpunkt aller Lebewesen war. Dagegen kann man mit Diskussionen einfach nicht angehen.
Ember Dion maMarin

Beitrag von Ember Dion maMarin »

:wink:

[ Diese Nachricht wurde geändert von: Ember Dion maMarin am 11.04.2006 um 20:08 ]
Bat

Beitrag von Bat »

Da in der Evolution vieles noch nicht erklärt werden kann oder etwas anschienend durch "Zufall" passiert, wie auch in den Beiträgen gesagt, kann man hier auch als Auslöser einen Gott sehen. Auch der Auslöser des Urknalls kann als Gott gelten. Alles eine Frage des Glaubens. Wer das alles erklären will und nicht an einen (wie auch immer gearteten) Gott glaubt erklärt alles ohne diesen oder sieht alles als Beweis für dessen Nichtexistenz. Bei Gläubigen ist es oft umgekehrt. Ich sehe es so, dass beide Aussagen gut nebeneinader existieren können. Evolution kann auch mit einem Schöpfergott in Einklang stehen.
Irgendwie musste ich bei diesem Thema immer wieder an die Gottesbeweise bzw. die Gegenbeweise denken. Diese sind nur schlüssig, wenn man Existenz bzw. Nichtexistenz Gottes vorraussetzt.

@SurferRosa Du wirst bei der Diskussion wirklich nicht gewinnen können. Zumindestens nicht damit, dein Gegenüber überzeugen können. Du kannst höchstens gewinnen in dem du sachlich bleibst und vielleicht könnt ihr friedlich nebeneinader koexistieren und die Einstellung des Anderen soweit akzeptieren udn verstehen, dass ihr darüber dann nicht mehr diskutieren müsst.
Steven

Beitrag von Steven »

... Ach du weißt schon!
Fruusch

Beitrag von Fruusch »

Nur kurz was zum Thema "Evolution ist langsam":

Das stimmt so nicht. Ich weiß jetzt keine Details, aber in Australien gibt es Tierarten, die sich innerhalb weniger Jahrzente durch evolutionäre Veränderungen an neue Bedingungen angepasst haben!

Außerdem gibt es Computersimulationen, die solche Prozesse sehr gut darstellen - ich glaube in "Darwin und die Götter der Scheibenwelt" ist das gut beschrieben.
Caleb

Beitrag von Caleb »

Die Frage ist, wie oft sich eine Art vermehrt und wie viel Nachwuchs sie bekommt. Je Schneller und Mehr, desto größer die Wahrscheinlichkeit von Mutationen und natürlich deren Weitergabe. Oder seh ich das falsch?
Ponder

Beitrag von Ponder »

Hm die Wahrscheinlichkeit für Mutation dürfte doch (in etwa) gleich sein, lediglich die Wahrscheinlichkeit dafür, dass eine Mutation in einem festen Zeitraum stattfindet dürfte sich wesentlich ändern - oder sehe ich das falsch?
Feles Cum Libero

Beitrag von Feles Cum Libero »

@Caleb: Stimmt. Bei einer Art, die eine kurze Generationenabfolge hat, z.B. Bakterien, laufen Evolutionsprozesse schneller als bei einer langlebigen Art, z.B. Galapagos-Schildkröten.

@Ponder: Jein. Mutationen finden nicht nur nach dem Zufallsprinzip statt, sonderen hängen auch von chemisch/physikalischen Bedingungen ab. Zum Beispiel ist die Wahrscheinlichkeit, dass in der DNA ein A durch ein G ersetzt wird (beides sind Purine), höher, als dass ein A durch ein C (ein Pyrimidin) ersetzt wird, da sich die beiden strukturell ähneln.
Bei der Wahrscheinlichkeit für eine bestimmte Mutation spielt es eine Rolle, um welche Art es sich handelt<!-- BBCode Note-Marker Start-One --><font color="#FF0000">*<!-- BBCode Note-Marker Start-Two -->1<!-- BBCode Note-Marker End-One --><!-- BBCode Note-Marker End-Two -->, an welcher Stelle die Mutation stattfindet<!-- BBCode Note-Marker Start-One --><font color="#FF0000">*<!-- BBCode Note-Marker Start-Two -->2<!-- BBCode Note-Marker End-One --><!-- BBCode Note-Marker End-Two --> und ob sie überhaupt etwas bewirkt<!-- BBCode Note-Marker Start-One --><font color="#FF0000">*<!-- BBCode Note-Marker Start-Two -->3<!-- BBCode Note-Marker End-One --><!-- BBCode Note-Marker End-Two -->.
Allein in die Entwicklung von Mutations-Matrixen, die die Wahrscheinlichkeiten für einen bestimmten Austausch angeben, wurde und wird viel Zeit investiert.

<!-- BBCode Note Start --><TABLE BORDER=0 ALIGN=CENTER WIDTH=85%><tr><td><font size=-1>Fußnoten:<table width="100%" border="0"><tr><td height="2" bgcolor="#000000"></td></tr></table></td></tr><tr><td><FONT SIZE=-1><BLOCKQUOTE><!-- BBCode Note Start-One --><font color="#FF0000"><!-- BBCode Note End-One -->1<!-- BBCode Note Start-Two --><br /><!-- BBCode Note End-Two -->Bakterien, die in heißen Quellen leben, haben beispielsweise eine sehr hitzebeständige DNA. Deswegen ist die Häufigkeit bestimmter Basenpaare in ihrem Genom höher als die anderer. Das hat wiederum Auswirkungen auf die Wahrscheinlichkeit.<!-- BBCode Note Start-Three --><br /><br /><!-- BBCode Note End-Three --><!-- BBCode Note Start-One --><font color="#FF0000"><!-- BBCode Note End-One -->2<!-- BBCode Note Start-Two --><br /><!-- BBCode Note End-Two -->Die Gene für wichtige Enzyme sind stark konserviert, an nicht-Enzym-kodierenden Stellen ist eine Mutation dagegen meistens egal.<!-- BBCode Note Start-Three --><br /><br /><!-- BBCode Note End-Three --><!-- BBCode Note Start-One --><font color="#FF0000"><!-- BBCode Note End-One -->3<!-- BBCode Note Start-Two --><br /><!-- BBCode Note End-Two -->Die Basenkombination ACT und ACC stehen beide für die Aminosäure Threonin. Eine Änderung von T zu C würde hier also gar nichts bewirken.<!-- BBCode Note Start-Three --><br /><br /><!-- BBCode Note End-Three --></BLOCKQUOTE></FONT></td></tr><tr><td><table width="100%" border="0"><tr><td height="2" bgcolor="#000000"></td></tr></table></td></tr></table><!-- BBCode Note End -->

[ Diese Nachricht wurde geändert von: Feles Cum Libero am 13.04.2006 um 01:36 ]
Max Sinister

Beitrag von Max Sinister »

Hier ein paar Tipps:

Kreationisten gehen davon aus, dass Gottes Schöpfung perfekt ist und alles einem Zweck dient. Dem ist aber nicht so. z.B. haben Wale als Folge ihrer Entwicklung aus Landtieren Überbleibsel von Beinen, die nicht nützen, aber auch nicht stören. Schlangen haben wie alle Landwirbeltiere zwei Lungenflügel, von denen einer verkümmert ist. Wäre es nicht praktischer, den einen gleich wegzulassen? Die Natur arbeitet nicht nach einem perfekt überlegten Plan, sondern etwas schlampig. Anders gesagt: "Die Existenz einer schlecht zusammengesetzten Uhr beweist die Existenz eines blinden Uhrmachers."
Und zu dem Argument, dass sich z.B. ein Auge nicht so einfach entwickeln kann, auch nicht in Übergängen, weil ein halbes Auge nichts nützt: Es ist bereits ein evolutionärer Vorteil, auch nur ein bisschen besser sehen zu können als andere Tiere. Daher haben sich unsere Augen in vielen Einzelschritten entwickelt. Am Anfang standen Sehgruben aus wenigen Zellen, die gerade mal Tag und Nacht unterscheiden konnten - und daraus entwickelten sich richtig Augen.
Caleb

Beitrag von Caleb »

@Ponder Natürlcih steigt nicht die Wahrscheinlichkeit von Mutationen durch schnelles Vermehren, sondern deren Anzahl über den Gleichzeitraum (verglichen mit anderen Lebewesen)
SurferRosa

Beitrag von SurferRosa »

Jungs, langsam, bitte keine Wissenschaft hier... *rofL*

Aber, wie siehts aus, wenn eine gewqisse Person dann mal ihre Doktorarbeit schreibt, evtl mit dem THema, bekomm ich nen Abzug? ^^
William

Beitrag von William »

Die Doktorarbeit hätt ich dann auch gerne, da meine Schwester eben diesen Kreationisten verfallen scheint. Eine vernünftige Argumentation ist da wohl sinnlos. Auf den Punkt gebracht, sagen die nur: Ich glaube das. Psychologen beurteilen solches als "Religiöser Wahn". Es ist so traurig!
Fruusch

Beitrag von Fruusch »

Es ist traurig, aber wahr: Mit solchen Leuten KANN man nicht diskutieren, da sie eine fest gefügte, vorgefasste Meinung haben und in ihren "Argumenten" keinen Fehler zulassen. Gott hat vor 6000 Jahren die Welt in 7 Tagen so geschaffen, wie sie jetzt ist, basta. Alle "Beweise" die sogenannte "Wissenschaftler" anbringen können nichts als blasphemischer Humbug sein - wahrscheinlich dienen sie alle dem Satan usw. Normale Gesetze der Logik gelten für solche religiösen Fanatiker einfach nicht. Alles was du sagts, ist in ihren Augen falsch, weil es nicht ihren Dogmen entspricht. Du hast somit von vorneherein keine noch so kleine Chance, ihnen deine Meinung näherzubringen.

Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie eine Zelllinie, mit der ich experimentiert habe (und es waren keine Gen-Experimente, zum Zeitpunkt der Mutation habe ich die Linie auch nur fortgeführt und überhaupt nichts mit ihr angestellt), spontan mutiert ist und auf einmal vollkommen andere Eigenschaften gezeigt hat als vorher. Glaubst du ernsthaft, ich könnte einen Kreationisten dazu bringen, das zu glauben, indem ich ihn mal im Labor herumführe und ihm Schritt für Schritt alles erkläre?
ysal

Beitrag von ysal »

Mal ganz unwissenschaftlich:

:smile: betrachtet die besten sind.

Wir könnten Jahre diskutieren und keiner von uns würde die Meinung des anderen annehmen, wohl aber vielleicht irgendwann akzeptieren. Da der Vater deiner Freundin sicherlich älter als wir ist, wird er noch weniger von seiner Meinung Abstand nehmen. Also solltest du dir lieber einen liebenswerten Spruch über eure Unvereinbarkeit bezüglich des Themas ausdenken, ihm sowas sagen, wie : Ich bewundere Menschen, die Kraft aus ihrem Glauben ziehen, bin aber selbst anders. Oder so.
Davon ab, finde ich deine Aufgabe ne Riesenschweinerei. Welche Absicht steckt dahinter? Dich zu überfordern? Dich zu testen? Sollst du dich seiner Tochter als wertig erweisen?
Wenn der Typ sonst ganz nett ist, dann s.o. , wenn er dir sonst auch komisch kommt, solltest du mit deiner Freundin ein tiefernstes Gespräch führen! Wenn, dann solltet ihr schon beide auf ähnlichen Posten ihren Eltern gegenüber stehen, sonst gibts n Leben lang Probleme. :smile:
Hoffe, ist nicht ganz so ernst.

:smile:
Aber auch hier hilft nur das nebeneinander! Wenn es ihr guttut, dann lass sie!
Ich geh jedes Jahr zu HeiligAbend mit meiner Ma in die Kirche. Für sie ist es irgendwie wichtig,, ich überstehs und gut ist. Allerdings ist meine Ma doch soweit in der heutigen Zeit angekommen, dass sie auch wissenschaftliches Denken nachvollziehen kann.
Solange man sonst halbwegs übereinkommt, dürfte das Thema auch nix anderes als ich hör Metal und du Hiphop sein. Zugegebenermaßen auch fatal in ner Romanze! :wink:
William

Beitrag von William »

Hi Ysal,
Deinen Aufruf zur Toleranz finde ich echt klasse und notwendig! Klar habe ich ein Sendungsbewußtsein, mit dem ich bescheiden umgehe, während meine Schwester sagt: Wir sind Missionare... Das "Nebeneinander" möchte ich wahren, weil es eben meine Schwester ist, gerademal ein Jahr jünger als ich. Übrigens hat sie Abi und eine Ausbildung im medizinischen Bereich.

Allgemein sollten solche Aufgabensteller gleich zum "Gottesbeweis" aufgefordert werden, der ja unmöglich ist, wenn ich philosophisch noch up to date bin.
[ Diese Nachricht wurde geändert von: William am 21.04.2006 um 15:39 ]
Antworten