Pratchetts Schreibstil

Hier findest du Hilfe, wenn du an Referate, Hausarbeiten oder ähnlichen Dingen schreibst.

Pratchetts Schreibstil

Beitragvon tasto » Samstag 4. Februar 2017, 17:37

Hallo liebe Community! :)
Ich würde um eure Hilfe bitten. Und zwar schreibe ich momentan eine Komplexe Leistung (dient als Vorbereitung auf Facharbeiten) im Fach Deutsch über die Scheibenweltromane. Ich muss sie am 10.02. abgeben und bin auch schon fast fertig.
Dafür müssen wir auch einen Eigenanteil schreiben. Da habe ich eine Art Fanfiction geschrieben, die sich mit Rincewind befasst und in der ich versuche Pratchetts Schreibstil umzusetzen (damit es als anspruchsvolle Eigenleistung zählt und ich nicht nur irgendwie irgendwas schreibe).

So meine Frage wäre jetzt, ob es hier jemanden gibt, der sich das ganze vielleicht durchlesen könnte, und mir dann Tipps geben kann, ob mein Vorhaben halbwegs gelungen ist.
Außerdem würde mich interessieren, welche speziellen Dinge euch an seinem Schreibstil aufgefallen sind (z.B. er verwendet viele Fußnoten oder er übertreibt vieles), damit ich da noch ein paar Anregungen habe. Bin zwar schon fast fertig, aber dazu fehlen mir eben doch noch ein paar Sätze. :oops:

lg
Tasto
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Re: Pratchetts Schreibstil

Beitragvon Ayami » Samstag 4. Februar 2017, 21:25

Hi, ich würde es mir durchlesen. Schick mir einfach eine PN. :)
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Re: Pratchetts Schreibstil

Beitragvon Anjali » Sonntag 5. Februar 2017, 09:01

Hallo Tasto,

ich würde es mir auch durchlesen, wenn du möchtest. Auch einfach PN schreiben.

Was für Pratchett auch typisch ist, ist, dass er bei seinen Beschreibungen auf Tricks zurückgreift, die eigentlich eher typisch für Kameraführungen sind. Er beschreibt zum Beispiel gern, wie die Dinge von oben aussehen würden: Die Zauberer oder Hexen, die auf einen Punkt geguckt haben und sich dann wieder aufrichten und dabei von oben aussehen, wie eine Blüte die sich öffnet - als Beispiel. Ich weiß leider grade nicht wo genau, aber es gibt auch eine Stelle, wo er eine Szene in Ankh-Morpork beschreiben möchte und dafür beginnt mit: Wir sehen eine Stadt, sie sieht so und so aus. Nun gehen wir näher heran und sehen dieses und jenes. Und wenn wir noch näher gehen ... Also genau so, wie man es auch aus manchen Filmen kennt.
(Ich meine mal irgendwo gehört oder gelesen zu haben, dass er sogar einer der ersten war, der das so gemacht hat.)

Außerdem finde ich noch typisch, dass er für seine Beschreibungen auch Bilder aus unserer aktuellen Welt nimmt und damit das eigentliche Fantasy-Setting aufbricht. Gerade dadurch entsteht oft genau die Distanz, die es für seine Witze braucht. Hab grade leider kein Beispiel dafür.

Und beim Grundaufbau habe ich immer das Gefühl, dass sich die eigentliche Handlung am Ende ballt. Vorher geht es eher ruhig daher - die Geschichte baut sich eher langsam auf, dafür lernen wir die Hauptfigur und eventuelle Nebenfiguren immer besser und besser kennen. Und dann zum Ende hin passiert auf einmal total viel - die Handlung entlädt sich sozusagen. Aber das ist wirklich nur ein Gefühl von mir. Habe mich damit nie näher beschäftigt. Wäre interessant zu wissen, ob ihr mir da zustimmen würdet. :)

Achja, das eigentliche Ende - also das nach der Auflösung der Handlung - finde ich persönlich oft das Schönste am ganzen Buch. Zumal sich Pratchett immer die Zeit nimmt, wirklich alle Fäden abzuschließen. Wenn Tod Susanne nach Hause bringt, nachdem sie den Schneevater gerettet haben. Oder der Schluss vom Winterschmied, wenn Tiffy den Nagel-Ring geschenkt bekommt. Und natürlich der Schluss von "Alles Sense" ... :) -- Ich könnte ewig so weitermachen. :D

So, da hab ich mal wieder ne ganze Menge geschrieben. Oo Ich hoffe, es ist etwas Interessanttes für dich dabei, Tasto. Finde das Thema persönlich unheimlich interessant. Ich wollte mal eine Masterarbeit dazu schreiben. Ist leider daran gescheitert, dass der potentielle Betreuer Pratchett nicht bedeutsam genug fand ...

Liebe Grüße,
Anjali
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Re: Pratchetts Schreibstil

Beitragvon tasto » Sonntag 5. Februar 2017, 13:10

:oops: Hey!
Ich werde es euch gleich schicken und freue mich schon auf eure Meinung dazu :)

Und vielen Dank Anjali für die Anregungen. Das meiste davon habe ich auch beim Lesen gemerkt, aber wäre nicht auf die Idee gekommen das mit aufzuführen (warum auch immer)
Grade das mit der Kameraführung hat man ja bei das Licht der Phantasie zum Schluss. Nach deinen restlichen Punkten werde ich auf jeden Fall weiter recherchieren.
Und das ist echt Schade. Ich finde allgemein, dass Pratchett für seine Arbeit zu wenig geschätzt wird. Er ist eben nicht nur einfach ein Fantasy-Autor. Meine Deutschlehrerin war der Meinung ich soll machen was ich denke, solang ich auf die Literaturtheorie eingehe und so. Das ist leider das, was momentan noch etwas dünn ist :oops:
Naja, ich mach mich dann mal an die Arbeit :D
lg
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Re: Pratchetts Schreibstil

Beitragvon Ponder » Montag 6. Februar 2017, 07:34

Hallo, ich habe gerade erst deinen Beitrag gelesen, wäre aber auch an der Geschichte interessiert. Würde es vermutlich schaffen sie heute abend durchzulesen und Rückmeldung zu geben.
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Re: Pratchetts Schreibstil

Beitragvon Ponder » Montag 6. Februar 2017, 14:22

Noch ein paar Ergänzungen zum Schreibstil von Pratchett:
Pratchett verwendet relativ viele Dialoge. Der Inhalt derselbigen erscheint öfter mal "aus dem Leben gegriffen", d.h. er beinhaltet oftmals auch viel Banales, was jetzt nichts unbedingt direkt zur Handlung beiträgt.
Berühmt berüchtigt ist Pratchett tatsächlich für seine Fussnoten. Hier findest du dazu ein paar Statistiken.

Außerdem finde ich noch typisch, dass er für seine Beschreibungen auch Bilder aus unserer aktuellen Welt nimmt und damit das eigentliche Fantasy-Setting aufbricht. Gerade dadurch entsteht oft genau die Distanz, die es für seine Witze braucht. Hab grade leider kein Beispiel dafür.

Ich hätte es eher umgekehrt gesagt: Er nimmt Beschreibungen und Bilder aus unserer Welt und bettet sie in ein Fantasy-Setting ein. Dadurch wirken die Dinge aus unserer Welt verzerrt, teilweise überspitzt dargestellt und man erhält darauf einen anderen Blickwinkel. Ein Beispiel hierfür wäre die Legalisierung der Diebesgilde und die Anmerkung in einem der Bücher zur Auswirkung auf die Kriminalitätsrate. Das mag auf den ersten Blick komisch oder absurd wirken, wenn man allerdings denkt, dass ähnliche Maßnahmen in Bezug auf die Legalisierung von Drogen in der Realität schon zur Debatte standen, sieht man auch hier wieder einen Bezug zu unserer Welt.

Anmerkung noch zu Anjalis Meinung Pratchett würde alle Fäden abschließen: Nicht ganz. Gerade "Alles Sense"/"Reaper Man" lässt einige Fragen offen. Stichwort: Schicksal von Sal.
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Re: Pratchetts Schreibstil

Beitragvon Anjali » Dienstag 7. Februar 2017, 10:46

So, hier auch nochmal: Ich find deinen Text wirklich schön, Tasto! :) Den Stil von Pratchett fängst du super ein und die Idee mit der Pension wäre einen eigenen Roman wert. :D

Ich bin auf das Ende gespannt!
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Re: Pratchetts Schreibstil

Beitragvon tasto » Sonntag 26. März 2017, 16:01

Hallo wieder von mir!
Ich wollte mich noch einmal für eure Hilfe bedanken.
Habe eine 1- auf meine gesamte Arbeit bekommen und muss nur noch einen Vortrag dazu halten. :D
Meiner Lehrerin hat besonders die Geschichte gefallen (auch wenn ich immer noch finde, dass deutlich mehr möglich gewesen wäre, hätte ich damit eher angefangen, aber auch gut).

Also ganz vielen lieben dank und liebe Grüße :)
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