Dodger/Dunkle Halunken

Gespräche über alle anderen Bücher des großen Terry Pratchett.

Dodger/Dunkle Halunken

Beitragvon Jollinar » Freitag 11. Oktober 2013, 10:20

Hallo Allerseits!

Habe das Buch gerade gelesen und finde es sehr gut.
Die Charaktere sind detailreich und die Geschichte liest sich hintereinander weg.
Wer von Euch hat den Roman auch schon durch und wie fandet Ihr es?

Gruß Jollinar
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Re: Dodger/Dunkle Halunken

Beitragvon Ponder » Freitag 11. Oktober 2013, 10:57

Ich habe Dodger vor einger Zeit im Original gelesen und hatte ein paar gemischte Eindrücke.
Es war erfrischend mal wieder ein anderes Pratchett-Buch zu lesen, dennoch fand ich "Nation/Eine kleine Insel" zuvor noch deutlich besser. Irgendwie bin ich lange nicht so richtig in das Buch rein gekommen obwohl ich Zeit/Ort der Handlung durchaus interessant fand und auch die Charaktere liebenswert waren.
Ich glaube irgendwie war mir die Geschichte an sich aber etwas zu ... vielleicht könnte man sagen vorhersehbar?
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Re: Dodger/Dunkle Halunken

Beitragvon Anjali » Freitag 11. Oktober 2013, 11:39

Auch ich hab es vor einiger Zeit das Original gelesen. Ist fast schon ein ganzes Jahr her. Ich war zwar positiv Überrascht, wie gut ich das Buch lesen konnte, aber eigentlich ist mein Englisch nicht sooo gut... darum ist mein Urteil mit Vorsicht zu genießen.

Ich erinnere mich, dass ich das Buch gerne gelesen habe. Ich mochte die Athmosphäre und das Setting sehr, weil ich das viktorianische London (hoffe ich verrutsche gerade nicht in der Zeit) sehr interessant finde und ich Bücher mag, in denen historische Persönlichkeiten als Nebenfiguren auftauchen. Das hat bei denen, die man kennt, einen gewissen Wiedererkennungswert und bei denen, die man nicht so gut kennt, kann man quasi neue Bekanntschaften schließen. Hatte mich damals zum Beispiel gleich ein wenig zu Disraeli belesen.

Ansonsten ist mir das Buch aber nicht als etwas Besonderes in Erinnerung geblieben. Vielleicht liegt das daran, dass die Geschichte, wie Ponder schon sagte, eigentlich nicht sehr spannend war. Ich hatte auch ein wenig das Gefühl, dass es Pterry mehr ums Setting, als um die Handlung ging. Alles in allem also: Schönes Buch, aber nichts Besonderes.

P.S. Ich würde es vielleicht nicht unbedingt mit Nation vergleichen. Bei Nation hatte ich das Gefühl, dass Pterry wirklich einen regelrechten Geistesblitz hatte - in dem Buch stimmt einfach alles. Damit meine ich gar nicht mal, dass es unbedingt gefallen muss (das ist ja noch immer eine Geschmacksfrage), sondern dass es einfach in sich geschlossen ist. Es ist sehr gut ausgewogen zwischen Handlung, Athmosphäre und ein wenig Grübelei. Und das spricht eben irgendwie dafür, dass Pterry da eine wirklich gute Idee hatte, die dann regelrecht von selber geflutscht ist. Dodger/Dunkle Halunken hingegen kommt mir so vor, als hätte Pterry einfach Lust gehabt, auch mal eine Geschichte im vikotorianischen London zu erzählen, weil ihn die Zeit ganz offensichtlich fasziniert. Eine richtige Idee steckt aber nicht dahinter, aber man kann eben auch nicht ständig gute Ideen haben. ;)
Ich glaube nicht, dass Dodger den gleichen Anspruch hat wie Nation und dann wär es auch ungerecht, die beiden zu vergleichen - da kann Dodger nur verlieren. Vergleichen wir es doch mal mit Snuff/Steife Prise. :twisted:
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Re: Dodger/Dunkle Halunken

Beitragvon Jollinar » Freitag 11. Oktober 2013, 19:38

Anjali hat alles gesagt...stimme voll und ganz zu.
Vergleiche kann und sollte man nicht. Es ist kurzweilig, eine nette Geschichte, punkt.

Gruß Jolli
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Re: Dodger/Dunkle Halunken

Beitragvon Agathe » Freitag 11. Oktober 2013, 20:13

Ich hatte am Anfang auch ein paar Schwierigkeiten, in das Buch rein zu kommen. Aber dann konnte ich es wirklich flüssig weglesen. Wie schon gesagt wurde, die Geschichte ist doch sehr vorhersehbar. Ich habs trotzdem genossen, mal wieder einen neuen Pterry lesen zu können.
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Re: Dodger/Dunkle Halunken

Beitragvon mort(imer) » Montag 15. September 2014, 23:24

Ich bin grad auch durch (leider nur auf Deutsch :( unsere Bibliothek hats nich auf Englisch). Ich fands an sich gut. Wie schon gesagt nicht so spannend aber darum geht es ja bei Pterry nicht unbedingt. Wie bereits erwähnt gutes setting; nation als vergleich kann ich nicht beurteilen (Bernhard Kempen hat ja dringed empfohlen es auf englisch zu lesen, daher warte ich, bis ich das irgendwo kriege); manchmal war ich irgendwie selbst etwas schwer von Begriff. Es hat z.b. bis zur Hälfte des Buches gedauert bis ich endlich die Anspielung mit Charly verstanden habe. Aber ich fand die ganze Geschichte wegen dem ganzen Hintergrund schon interessant. Was mich näher interessiert hätte, wäre das Währungssystem, das hat sich recht interessant angehört. Dieses tosheroon hab ich glaub ich schon mal gehört. Kann es sein, dass es da was in The Truth oder so gab? (Gespräch William de Worde mit Paul König)
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Re: Dodger/Dunkle Halunken

Beitragvon Eule » Dienstag 16. September 2014, 07:44

Hi Mort,
du hast recht: In The Truth steht:

‘You’re knocking us back, just like that?’ said Goodmountain.
Harry gave him a narrow-eyed look through the haze.
‘You talking to me about knocking back? Don’t know what a tosheroon is, do you?’ he said. The dwarf shrugged.

Das Wort fällt bei den Verhandlungen wegen Druckpapier bei Harry, King of the Golden River.
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Re: Dodger/Dunkle Halunken

Beitragvon Feles Cum Libero » Dienstag 16. September 2014, 10:17

Es gibt da in "The Truth" auch eine Stelle, in der Harry King William de Worde fragt, ob er wisse was ein Tosheroon sei. Und als William es tatsächlich weiß, ist Harry King ziemlich beeindruckt. Das muss irgendwo vor der Verhandlung sein, die Eule zitiert, aber ich kann die Stelle gerade auf die Schnelle nicht finden.
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Re: Dodger/Dunkle Halunken

Beitragvon Eule » Dienstag 16. September 2014, 18:22

Hi Mort, hi Feles

nicht verzagen, Eule fragen. ;-)
Ich habe die meisten englischen Bücher als Ebook auf dem Rechner.

Hier deine Stelle, sie kommt wenige Sätz später:
‘I started out as a muckraker when I was three,’ said Harry, pushing his chair back. ‘Found me first tosheroon on day one. O’ course, one of the big kids nicked it off me right there. And you tell me about being knocked back? But I had a nose for the job even then. Then I …’
S. 212 in der englischen TB-Ausgabe.
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Re: Dodger/Dunkle Halunken

Beitragvon Anjali » Mittwoch 17. September 2014, 15:57

Leider hatte ich noch nicht die Gelegenheit die Übersetzung von "Dodger" zu lesen. Und leider werde ich die Gelegenheit wohl auch in den nächsten Monaten nicht haben.
Darum hier mal eine neugierige Frage: Hatte irgendwer von denen, die die Übersetzung gelesen haben, das Gefühl, dass man deutlich merkt, dass es wieder Andreas Brandhorst Werk war?

Hatte ja eigentlich gedacht, das Thema würde wieder aufflammen, sobald das Buch die Runde macht... aber anscheinend ist da mittlerweile dann doch das Interesse abgeflaut.
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Re: Dodger/Dunkle Halunken

Beitragvon Wee Free Tiikeri » Mittwoch 16. September 2015, 10:25

Dieses Buch ist mir im Mai zufällig passiert, da hab ich's mal auf Deutsch mitgenommen. Wenn man die Moist-von-Lipwig-Storys kennt, ist Dodger wirklich nicht überraschend. Das ist ziemlich gleich: der Gauner/Dreckwühler, der eine Chance bekommt und sie nutzt. Viele glückliche Zufälle dabei, gerne auch mal, um den "Demon Barber of Fleet Street" noch mit reinzunehmen... Nicht, dass das für die Handlung wichtig gewesen wäre...
Na schön, aber prinzipiell hat es sich leicht und gut gelesen.
Jetzt gehöre ich ja auch zu der Minderheit, die auch mit AB's Übersetzungen immer sehr zufrieden war... naja, meistens. Außer manchmal. Äh. Jedenfalls ist mir das gleiche passiert, wie immer, wenn ich einen Pratchett in AB-Übersetzung lese: Das meiste ist flüssig und schlüssig, hin und wieder frage ich mich aber, wie das wohl im Original gelautet hat.
He, Anjali, lass uns doch mal tauschen.
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